Schuhe fast wie angegossen

MFIT Redaktion
Motivation Fitness-Tipps

Joggen ist gesund – wenn man dabei die richtigen Schuhe trägt. Kiki Knür vom SportXX Ryffel Running zeigt im Säntispark ihren Kunden in einer detaillierten Analyse, welche Laufschuhe zu ihren Füssen passen.

Hört man Kiki Knür beim Beratungsgespräch zu, merkt man sofort, dass sie weiss, wovon sie spricht. Die Ryffel-Running-Beraterin schnürt selbst ein- bis zweimal pro Woche die Laufschuhe, um sich auf einen Halbmarathon vorzubereiten. «Ich schaue jedem Läufer auf die Füsse und Schuhe, das ist Berufs­krankheit», lacht die Rheintalerin. Bei ihren Beobachtungen erkennt sie nicht nur die Marke oder Farbe, sondern viele Details, die Laien kaum auffallen. Ihr geschultes Auge hilft ihr auch bei einer Laufschuh-Beratung mit vorgängiger Fussanalyse. Dafür ist heute Kundin Carmen Biser im SportXX Säntispark in Abtwil bei ihr zu Gast.

Schritt 1: Die Altschuhanalyse

Kiki Knür begrüsst ihre Kundin und fragt sie zuerst danach, wie oft, wie lange und auf welchem Untergrund sie trainiert. «So kann ich abschätzen, wie stark die Belastung ist», erklärt sie. Ebenfalls fragt sie nach allfälligen Beschwerden und schaut sich die alten Laufschuhe der Kundin genau an: Wo sind sie abgelaufen? So erhält Kiki Knür erste Hinweise darauf, ob der Fuss eher aussen oder innen stärker belastet wird.

Bei der Alt­schuh-Analyse: Kiki Knür erklärt einer Kundin, was ihr die Abnutzung des alten Schuhs verrät.

Schritt 2: Die Fussanalyse

Danach stellt sich Carmen Biser auf ein spezielles Gerät, das es ermög­licht, ihre Füsse von unten zu fotografieren. Anhand des Fotos erkennt Knür, wo das Gewicht schon beim normalen Stehen auf den Fuss drückt. Am Monitor kann sie dies ganz ein­fach erklären. Anschliessend folgen ein paar ein-und zweibeinige Knie­beugen, die per Video aufgezeichnet werden. «So kann ich sehen, wie das Fussgelenk unter Belastung reagiert», erklärt die Fachfrau. Im Fall von Car­men Biser macht das Video sichtbar, dass ihre Knie und Fussgelenke leicht nach innen knicken. Trotzdem emp­fiehlt die Fachfrau keinen gestützten Schuh. «Mit zu viel Stütze nehmen wir der Fussmuskulatur Arbeit ab, was zur Folge haben kann, dass sie sich zurückentwickelt. Mit gezieltem Training kann die Stabilität in den Gelenken hingegen erhalten oder sogar verbessert werden», sagt Knür und erklärt der Kundin sogleich einfache Übungen, die sie zu Hause regelmässig machen kann, um die Knie zu stabilisieren und die Fuss­muskulatur zu dehnen.

Fussanalyse: Anhand von Fotos und Videobildern erkennt Kiki Knür, wo die Belastung am stärksten ist.

Schritt 3: Die Laufanalyse

Aufgrund der vorangehenden Analyse wählt Knür drei Schuhe aus, die zu Carmen Bisers Fuss und Laufstil pas­sen. «Da sie mir von leichten Be­schwerden in den Gelenken erzählt hat, empfehle ich einen gut dämpfen­den Schuh», sagt die Laufexpertin. Sie zeigt ihren Kundinnen und Kunden am Anfang bewusst nicht die ganze Schuhwand mit rund 70 verschiede­nen Modellen für Mann und Frau. Sonst würden viele den Fokus auf die Farbe des Schuhs legen – zweifellos der am wenigsten wichtige Faktor für ein tolles Lauferlebnis. Carmen Biser joggt inzwischen mit den vorausgewählten Schuhen an den Füssen durch die SportXX-Filiale, und Knür beobachtet, wie der Fuss reagiert. Der Fall ist relativ schnell klar: Carmen Biser entscheidet sich für einen Laufschuh der Marke Brooks. Ihr Fazit: «Es ist definitiv ein ganz anderes Laufgefühl als bisher.»

Nach der Laufanalyse steht fest: Das Modell Brooks Ricochet ist das richtige.

Der Tipp der Expertin

«Nicht jeder Schuh, auf dem Run steht, eignet sich gleich fürs Joggen», erklärt die Beraterin. Ebenso wenig sei es ratsam, einen Laufschuh auf­grund der Empfehlung von Freunden zu kaufen. «Niemand hat die gleichen Füsse!», betont die Fachfrau. Gerade weil sich Füsse und Muskulatur im Lauf der Zeit verändern, empfiehlt es sich, vor jedem Schuhkauf eine Fussanalyse durchzuführen.

 

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